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Museum Kroppenstedt

In einem alten Fachwerkgebäude am Kirchhof, in mittelalterlichem Ensemble zwischen  Martinikirche,  dem „Ulenturm“ und der ehemaligen Stadtbefestigung, befindet sich das Kroppenstedter Heimatmuseum.

museum_kroppenstedt
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Erbaut wurde das Haus als Knabenschule im Jahre 1564. Nachdem das Gebäude jahrelang dem Leerstand und Verfall ausgesetzt war, wurde das  Heimatmuseum 1994 nach aufwendigem Ausbau eröffnet.

Auf etwa 260 m² Ausstellungsfläche und vielen kleinen Zimmern findet man alles Wissenswerte zur reichen Kroppenstedter Stadtgeschichte.

Die Schenkung der Städte Kroppenstedt und Gröningen an das Kloster Corvey, die Geschichte der Kroppenstedter Reiter und der heute noch existierenden Reithufen, das Freikreuz als Stätte der Richtbarkeit und die Stadtprivilegien werden hier präsentiert und anschaulich erläutert.

Eine Besonderheit ist die alte Fahne der Kroppenstedter Reiter aus dem Jahr 1689. Nachdem die alte Fahne zerschlissen war, wurde diese von Kurfürst Friedrich Wilhelm III. gestiftet.

Zu besichtigen sind auch eine alte Apotheke, ein kleiner Klassenraum, Räume zur bürgerlichen Wohnkultur vergangener Jahrhunderte mit vielen Alltagsgegenständen, alte bäuerliche Arbeitsgeräte und vieles mehr.

In einer Vitrine  findet man  den „Kroppenstedter Vorrat“ oder „Willkommen“, einen massiven Silberpokal,  der seit Jahrhunderten im Rathaus aufbewahrt wurde und dessen Geschichte vom Schäfer Benedikt auch im Sagenbuch der Gebrüder Grimm erwähnt wird.

Der ehemalige Klassenraum der alten Schule wird heute als Raum für wechselnde Ausstellungen genutzt. Dort stehen auch einige Teile des bereits 1816 abgerissenen Gröninger Schlosses.

Stadtarchiv im Rathaus Kroppenstedt

In einem Wendelgang aus dem Jahr 1598, in der ehemaligen Rüstkammer, befindet sich heute das Kroppenstedter Stadtarchiv. Eine dicke Eichentür mit einem imposanten Kastenschloss verbirgt einen umfangreichen Bestand von geschichtsträchtigen Akten. Hier lagern, nach Themen geordnet, über 3000 Akten aus insgesamt 600 Jahren.

Die ältesten Urkunden, Bücher und Dokumente reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Brauregister, Ratsprotokolle, Einquartierungs- und Prozessakten, alte Kalendarien, Kirchen- und Schulakten und vieles mehr, erzählen aus der reichen Kroppenstedter Stadtgeschichte.

Zu finden ist dort auch das Pergament aus dem Jahr 1651 mit dem genauen Ablauf der Einweihung des Freikreuzes sowie zahlreiche gedruckte Gesetze und Verfügungen aus vergangenen Jahrhunderten.

Die Unterlagen im Stadtarchiv geben zudem Auskunft über einstige Vorfahren aus Kroppenstedt und entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einer wahren Fundgrube an Informationen.

Ehemalige Gefängniszellen im Rathaus Kroppenstedt

Über eine Wendeltreppe vor dem Stadtarchiv gelangt man in das ehemalige Gefängnis und erblickt hinter dicken Wänden die vergitterten Gefängniszellen.

Die berühmtesten Insassen waren der Orgelbaumeister Esaias Compenius, der vom Kroppenstedter Rat wegen seiner Unzuverlässigkeit beim Bau der Orgel in der Martinikirche in das Gefängnis gesperrt wurde. Auch der Erbauer des Freikreuzes, Martin Kugler, der statt der ausgehandelten 100 Taler für den Bau des Freikreuzes plötzlich mehr verlangte, wurde 1651 kurzerhand in das Gefängnis gesteckt. Hier sollte er über seine Forderungen nachdenken.

Die Urteile wurden im Ratssaal gesprochen. Dort stand mitten im Saal eine Truhenbank, deren Lehne nach vorn umklappbar war und so den Angeklagten an einem plötzlichen Fluchtversuch hinderte.

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