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02.10.2026

Gemeinsam anpacken für Krottorfs Zukunft: Neues Leben für Gut 6

Sechs junge Freiwillige des Internationalen Bauordens unterstützen derzeit den Handwerkerhof der Verbandsgemeinde Westliche Börde bei der Sanierung von Gut 6 in Krottorf. Damit wird erstmals ein internationales Workcamp gemeinsam mit dem neuen Handwerkerhof umgesetzt – und gleichzeitig ein wichtiger Schritt für die künftige Nutzung des historischen Areals gegangen.

Auf Gut 6 in Krottorf ist derzeit deutlich zu sehen: Hier bewegt sich etwas. Wo über viele Jahre Teile der Gebäude leer standen, wird zurückgebaut, freigelegt, geprüft und vorbereitet. Seit Ende September arbeiten sechs junge Menschen des Internationalen Bauordens gemeinsam mit den Mitarbeitern des Handwerkerhofes der Verbandsgemeinde Westliche Börde an den Gebäuden links neben dem Eingangsportal der Burg Krottorf.

Das zweiwöchige Workcamp des Internationalen Bauordens findet vom 27. September bis 10. Oktober 2026 statt. Junge Freiwillige aus verschiedenen Ländern engagieren sich dabei gemeinsam für soziale, kulturelle und gemeinnützige Bauprojekte und sammeln zugleich praktische Erfahrungen und neue Kontakte. In Krottorf steht die behutsame Sanierung historischer Bausubstanz im Mittelpunkt.

Die Freiwilligen des Internationalen Bauordens gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Handwerkerhofes der Verbandsgemeinde Westliche Börde vor dem historischen Gut 6 in Krottorf. Während des zweiwöchigen Arbeitseinsatzes unterstützen die jungen Menschen die Sanierungsarbeiten auf dem kommunalen Areal.
Die Freiwilligen des Internationalen Bauordens gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Handwerkerhofes der Verbandsgemeinde Westliche Börde vor dem historischen Gut 6 in Krottorf. Während des zweiwöchigen Arbeitseinsatzes unterstützen die jungen Menschen die Sanierungsarbeiten auf dem kommunalen Areal.

Aus Leerstand soll wieder ein lebendiger Ort werden

Betroffen sind die frühere Hobelei beziehungsweise Tischlerei sowie angrenzende ehemalige Wohnbereiche. In diesem Teil von Gut 6 sollen in den kommenden Jahren insgesamt vier moderne Wohnungen entstehen. Für die beiden Einheiten im Erdgeschoss ist eine besondere Nutzung vorgesehen: Hier sollen künftig zwei Kindertagespflegestellen in Trägerschaft des CJD Sachsen-Anhalt eingerichtet werden.

Damit soll auch nach der vorgesehenen Schließung der Kindertagesstätte „Klettermax“ zum 31. Juli 2028 ein wohnortnahes Betreuungsangebot in Krottorf erhalten bleiben. Der Verbandsgemeinderat hat die Einrichtung von zwei Kindertagespflegestellen zum 1. August 2028 – vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungen – beschlossen.

Kindertagespflege unterscheidet sich bewusst von einer klassischen Kindertagesstätte. Kinder werden in kleinen Gruppen und in einer familienähnlichen Umgebung betreut. Insgesamt sollen am Standort Krottorf künftig bis zu zehn Kinder Platz finden. Ein vergleichbares Modell betreibt das CJD bereits in Tangermünde: Dort bestehen zwei Kindertagespflegestellen mit jeweils fünf Plätzen.

Kurze Wege für kurze Beine

Hinter der Veränderung steht eine Entwicklung, die viele kleinere Orte betrifft. Die Zahl der Kinder in Krottorf ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Ein dauerhaft wirtschaftlicher Weiterbetrieb der bisherigen Kindertagesstätte ist deshalb nach Einschätzung der Verbandsgemeinde nicht darstellbar. Gleichzeitig soll Kinderbetreuung aber weiterhin Teil des Ortes bleiben.

Das neue Angebot auf Gut 6 soll deshalb beides miteinander verbinden: eine Betreuung, die zum tatsächlichen Bedarf passt, und weiterhin kurze Wege für Familien in Krottorf.

Kinderlachen soll auch künftig zum Ort gehören. Ebenso wichtig bleibt die Möglichkeit, Begegnungen zwischen den Generationen zu schaffen, gemeinsame Aktivitäten zu organisieren und soziale Kontakte im Dorf zu erhalten. Mit der Kindertagespflege entsteht dafür eine neue Perspektive.

Gut 6 dauerhaft erhalten heißt Gut 6 dauerhaft nutzen

Für die Stadt Gröningen besitzt das Areal darüber hinaus eine besondere Bedeutung. Gut 6 – die historische Burg Krottorf – ist Teil des kommunalen Vermögens und soll dies auch langfristig bleiben.

Historische Gebäude können jedoch nur dauerhaft erhalten werden, wenn für sie tragfähige Nutzungen gefunden werden. Mit Wohnungen, Kindertagespflege und den bereits vorhandenen Nutzungen des Areals wird deshalb Schritt für Schritt daran gearbeitet, Gut 6 wieder stärker mit Leben zu füllen.

Die Lage bietet dafür gute Voraussetzungen: Das Grundstück ist gut erreichbar und zugleich vom unmittelbaren Verkehr einer Durchgangsstraße abgeschirmt. Für die künftige Kinderbetreuung entsteht so ein geschütztes Umfeld mit ausreichend Freiraum.

Die bauliche Entwicklung wird durch Architekten, Fachplaner und Statiker begleitet. Mit dem Handwerkerhof der Verbandsgemeinde kommt zugleich ein weiterer Baustein hinzu. Seit dem 1. Juli 2026 ist der Handwerkerhof aktiv; Gut 6 ist sein erstes größeres Projekt. Bereits zum Tag des offenen Denkmals konnten Besucherinnen und Besucher einen Blick in die Gebäude werfen und die ersten Rückbauarbeiten kennenlernen.

Internationale Unterstützung trifft auf regionales Handwerk

Mit dem Internationalen Bauorden bekommt das Projekt nun zusätzliche Unterstützung. Die jungen Freiwilligen packen zwei Wochen lang mit an. Böden und Verkleidungen werden geöffnet, alter Putz wird entfernt und vorhandene Konstruktionen werden untersucht. Dabei geht es auch darum herauszufinden, welche historische Bausubstanz erhalten und in die weitere Sanierung integriert werden kann.

Angeleitet werden die Arbeiten vor Ort durch die beiden Mitarbeiter des Handwerkerhofes. Bereits in den ersten Tagen konnte gemeinsam viel geschafft werden.

Das Engagement endet dabei nicht auf der Baustelle. Mitglieder von KirchplatzVier e.V. unterstützen insbesondere bei der Freizeitgestaltung und zeigen den jungen Menschen nach Feierabend die Region. Aus einem Arbeitseinsatz wird so auch ein internationaler Austausch – mitten in Krottorf und der Westlichen Börde.

Veränderung kann neue Chancen eröffnen

Dass mit der Schließung der heutigen Kita „Klettermax“ eine langjährige Einrichtung in ihrer bisherigen Form endet, ist insbesondere für Familien, Beschäftigte und Menschen, die sich der Einrichtung verbunden fühlen, eine große Veränderung. Dieser Einschnitt soll nicht kleingeredet werden.

Gleichzeitig entsteht mit der neuen Kindertagespflege eine Perspektive, die sich am künftigen Bedarf orientiert und Kinderbetreuung weiterhin unmittelbar in Krottorf ermöglicht. Zugleich wird ein historischer Gebäudeteil von Gut 6 saniert und dauerhaft genutzt.

Genau davon können sich die Krottorferinnen und Krottorfer jetzt selbst ein Bild machen: Auf Gut 6 wird nicht nur über Zukunft gesprochen – hier wird bereits angepackt.

Die Stadt Gröningen und die Verbandsgemeinde Westliche Börde möchten die Entwicklung gemeinsam mit dem Ort weiter voranbringen. Anregungen, Interesse und eine aktive Begleitung aus Krottorf sind dabei ausdrücklich willkommen.

Denn Gut 6 soll nicht nur erhalten bleiben. Es soll wieder ein Ort sein, an dem gewohnt, gearbeitet, gespielt und Gemeinschaft gelebt wird.

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